📜 Islamische Kindererziehung – Ein Weg zurĂŒck zur Fitrah

Inna lillāh wa al-áž„amdu lillāh wa áčŁ-áčŁalātu wa s-salāmu Êżalā RasĆ«liLlāh.

Es gibt Tage, da fĂŒhlt es sich an, als wĂŒrde alles ĂŒber einem zusammenbrechen. Man wacht auf, noch bevor man eigentlich bereit ist, aufzuwachen, weil eines der Kinder weint oder etwas braucht. Der Tag beginnt nicht mit Ruhe, sondern mit Chaos – FrĂŒhstĂŒck machen, Streit schlichten, jemand will nicht aufstehen, ein anderer braucht Hilfe bei den Schuhen. Und irgendwo dazwischen die Frage: „Wann hatte ich eigentlich das letzte Mal Zeit, einfach nur zu atmen?“

Wir geben – stĂ€ndig. Wir lieben unsere Kinder, unsere Familie, unsere Verantwortung. Aber manchmal geraten wir dabei selbst aus dem Blick. Und wenn dann auch noch das GefĂŒhl dazukommt, dass man als Mutter oder Vater nicht genug ist, dass man versagt oder nicht gerecht wird, beginnt das Herz schwer zu werden.

Doch genau in diesen Momenten sollten wir uns erinnern, was ALLĀH uns eigentlich ĂŒber unsere Kinder gesagt hat. Sie sind kein Besitz, keine Erweiterung unseres Egos, keine Garantie dafĂŒr, dass wir als Eltern „alles richtig gemacht“ haben. Sie sind eine PrĂŒfung. Eine Amanah. Eine Verantwortung – aber auch ein Weg zur Jannah.

ALLĀH sagt im Qur’an:
„O die ihr glaubt! Bewahrt euch selbst und eure Angehörigen vor einem Feuer
“ (SĆ«rah at-Taáž„rÄ«m 66:6)

Diese Aya erinnert uns daran, dass es bei Kindererziehung nicht um Image, Erwartungen oder Erziehungsratgeber geht. Es geht darum, ob wir unser Kind auf das Leben nach dem Tod vorbereiten – oder nur auf das dieser Welt.

Ich sehe oft, wie Eltern sich zerreißen. Zwischen TikTok-Idealen, schulischem Druck, kulturellen Erwartungen und der eigenen MĂŒdigkeit. Und dann hört man RatschlĂ€ge wie: „Lass sie einfach machen“, oder: „Sei konsequent, sonst tanzen sie dir auf der Nase herum“. Und man fragt sich: „Was stimmt denn nun?“

Die Antwort ist – wie so oft – im Islam einfach, aber tiefgrĂŒndig. Der Prophet ï·ș sagte:
„Jedes Kind wird in einem Zustand der Fitrah geboren
“ (áčąaងīង al-BukhārÄ«, 1385)

Das bedeutet: Unsere Kinder kommen bereits mit einem natĂŒrlichen Sinn fĂŒr Wahrheit, Gerechtigkeit und Gotteserkenntnis zur Welt. Unsere Aufgabe ist es, diese Fitrah zu schĂŒtzen – nicht sie zu verbiegen, nicht sie zu brechen. Und das geht nicht durch Kontrolle, sondern durch Vorbild. Nicht durch stĂ€ndige Anweisungen, sondern durch PrĂ€senz, Liebe und Weisheit.

Ich habe gelernt – und lerne es jeden Tag neu – dass islamische Kindererziehung nicht heißt, perfekte Kinder zu „produzieren“. Es heißt, sie zu begleiten, zu stĂ€rken und sie immer wieder zurĂŒckzufĂŒhren: zu ALLĀH. Zu sich selbst. Zu ihrer Verantwortung.

Es geht nicht darum, dass sie schön rezitieren können, sondern dass sie verstehen, was sie da sagen. Es geht nicht darum, dass sie sich „korrekt benehmen“, sondern dass sie mit echter Liebe handeln. Es geht nicht darum, dass sie keine Fehler machen, sondern dass sie wissen, wie man Reue zeigt und zu ALLĀH zurĂŒckkehrt.

Die Sunnah zeigt uns unzĂ€hlige Beispiele fĂŒr Barmherzigkeit in der Erziehung. Der Prophet ï·ș hat mit Kindern gespielt, sie in den Arm genommen, ihnen zugehört, mit ihnen gescherzt – und sie dabei auf sanfte Weise zum Guten gelenkt. Er hat ihnen beigebracht, wer ALLĀH ist, bevor er ihnen sagte, was áž„arām ist.
Ist das nicht das, was wir alle brauchen?

Ich glaube fest daran: Wer seine Kinder mit Qur’an und Sunnah erzieht, muss nicht stĂ€ndig googeln oder sich zwischen zwei widersprĂŒchlichen Erziehungsideen entscheiden. Denn dieses Wissen bringt uns zurĂŒck zur Fitrah – zur Einfachheit, zur Klarheit, zu dem, was wirklich zĂ€hlt.

Islamische Erziehung gibt Antworten auf Fragen, die moderne Ratgeber oft nur umgehen:
Was tun, wenn mein Kind etwas liebt, das harām ist?
Was, wenn mein Sohn rebellisch wird?
Was, wenn meine Tochter sich zu sehr nach Ă€ußerem Glanz sehnt?

Die Antwort ist oft nicht: „Verbiete es sofort“, sondern: „ErklĂ€re, begleite, erinnere – und bete.“
Denn auch wir sind auf einer Reise. Und unsere Kinder auch.

Ich wĂŒnsche mir, dass wir als Eltern aufhören, uns zu vergleichen. Dass wir aufhören, perfekt sein zu wollen – und anfangen, aufrichtig zu sein. Denn ALLĀH sieht nicht nur das Ergebnis – Er sieht die Absicht, den Weg, die TrĂ€nen, die Geduld, die RĂŒckschlĂ€ge.

Wenn du dich auf diese Reise der islamischen Kindererziehung begeben willst – dann fang nicht mit komplizierten PlĂ€nen an. Fang mit deinem Herzen an. Frag dich: „Was will ALLĀH heute von mir – als Mutter, als Vater?“
Und dann nimm dein Kind bei der Hand. Nicht, weil du alles weißt. Sondern, weil du weißt, wohin du willst: zurĂŒck zu ALLĀH.


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Lass uns gemeinsam wachsen – fĂŒr unsere Kinder, fĂŒr unsere Ummah und fĂŒr das Wohlgefallen unseres Herrn.

Was-Saalam

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